
Hättest du mir vor einem Jahr gesagt, womit ich heute mal so mein Geld verdiene, hätte ich dich vermutlich erst mal lauthals ausgelacht und dann versucht was von dem Zeug abzubekommen, dass du so rauchst. Video, moi? Ich bin Schreiberling, verdammt!
Und jetzt wechsle ich irgendwie doch auf die andere Seite der Sichtbarkeit. Als ich gefragt wurde, ob ich nicht ab sofort auch Unboxingvideos drehen möchte war meine Reaktion eher so: „Öh, wasfürnding?“ Anfängerfehler. Schachteln aufmachen ist das neue Schwarz, hab ich inzwischen gelernt. Und Youtuber der Haupt-Berufswunsch der österreichischen 12-19jährigen.
Auch mein schwach vorgebrachtes Gegenargument „Aber ich bin doch voll viel unterwegs, das wird dann doch kompliziert“ wurde mit „Kein Ding, wir schickens dir hinterher“ entkräftigt. Fünf Minuten später stand der Plan: In 80 Sextoys um die Welt! Und so passiert das jetzt.
Kompletter Kameraspacko: ich so. Aber lustig. Dann red ich halt mit meiner Handykamera in einem unaufgeräumten Mädchenschlafzimmer und spiel Augsburger Puppenkiste mit Dildos.
Die gesamtgesellschaftliche Relevanz des Ganzen wurde mir erst später klar. Wie so oft sind es die Reaktionen in diesem Beruf, den ich mittlerweile ja auch schon seit sechs Jahren ausübe, bei denen ich mir jedes Mal denke: Echt jetzt? Immer noch? Ganz ehrlich, für mich ist diese ganze Sex und drüber Reden-Geschichte sowas von selbstverständlich, dass ich noch nicht mal mehr auf die Idee komme, darüber nachzudenken, ob das jetzt komisch sein könnte, einen Dildo in die Kamera zu fuchteln. „Schön, wie normal du über sowas reden kannst.“ Aber es ist doch normal, oder? Immer noch nicht? Reaktion meiner Besten: „Jaja, ein Buttplug. Is klar ne, Miss Abgeklärt!“ Öh, nicht oder was? „Also ich hatte so ein Teil noch nie in der Hand.“
Ja, klingt komisch, ist aber so. Eine weitere Umfrage in meinem Nicht-Kollegenumfeld ergab ein ganz ähnliches Resultat, genauso wie die Reaktionen auf den Inhalt der ausgepackten Schachteln. Uiiiiii darf ich mal? Sowas hatte ich noch nie in der Hand!
Echt jetzt? Immer noch (nicht)?
Sextoys? Sowas brauch ich nicht. Hat sich irgendwie noch nie so ergeben. Hatte mit 19 mal so ein hässliches Gummiding, fand ich dann doof, hab ich seitdem nicht wieder ausprobiert. Mein Freund findet sowas blöd. Das brauchen wir nicht, wenn du verstehst, was ich meine.
Ja und nein. Du brauchst jetzt in dem Sinn wahrscheinlich auch keine Karamell-Meersalz-Pralinen und trotzdem sind sie manchmal schon ein bisschen geil, oder? Wahrscheinlich sind Sextoys auch deswegen so ein ultimatives Luxusobjekt. Braucht keiner. Bringt aber Spaß.
Und so verteile ich, Mutter Theresa der Liebenden und Dildofee der Herzen jetzt großen Herzens den Inhalt meiner Pakete weiter. Und sehe glücklich gerötete Bäckchen und strahlende Augen, egal wo ich hinkomme. Im Gegenzug gibt´s ehrliche Gespräche – über ein Thema, das für mich schon wirklich lange wirklich sehr normal ist.
Du willst auch in den Genuss von Dildofee Theresas Großzügigkeit kommen? Das Leben ist wie einen Pralinen- äh, Sextoyschachtel, man weiß nie was man bekommt. Deshalb verlose ich diesmal gemeinsam mit EIS eine Schachtel Buntes. Deinen persönlichen Rappelkarton mit Inhalt, und nein, ich weiß auch nicht genau was drin ist! Aufregend, oder? Auf jeden Fall. Um zu gewinnen, verrate mir einfach in den Kommentaren, welche Sextoy-Ausrede du schon lange doof findest. Einsendeschluss ist der 4. März, Teilnahme wie immer erst ab 18 Jahren.
Vielen lieben Dank an EIS für die freundliche Unterstützung!
Titelfoto: Aaron Tsuru (c) Tsurufoto.com
Videos: EIS auf Youtube
Fotos: Lvstprinzip auf Instagram
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